Akne vulgaris: Ursachen, Symptome und Behandlung
Was ist Akne?
Akne, medizinisch Akne vulgaris genannt, ist eine der häufigsten Hauterkrankungen und entsteht, wenn die Poren der Haut verstopfen. Verstopfte Poren führen zur Bildung von Mitessern, weißen Komedonen, Papeln, Pusteln oder schwereren Formen wie Knoten und Zysten. Diese Hautveränderungen sind häufig entzündet, mitunter schmerzhaft und können das Selbstwertgefühl erheblich beeinträchtigen.
Arten von Akne
Akne kann je nach Schweregrad und Ursache in unterschiedlichen Formen auftreten:
Zystische Akne: Tief sitzende, eitergefüllte Entzündungen und Knoten, die häufig Narben hinterlassen.
Fungale Akne (Pityrosporum-Follikulitis): Durch eine übermäßige Vermehrung von Hefepilzen in den Haarfollikeln bedingte, juckende und entzündete Pusteln.
Hormonelle Akne: Durch hormonelle Dysbalancen und eine übermäßige Talgproduktion ausgelöst, insbesondere im Erwachsenenalter häufig.
Noduläre Akne: Schmerzhafte, tief liegende Knoten unter der Haut, die schwer zu behandeln sind und Narben verursachen können.
Sowohl zystische als auch noduläre Akne neigen dazu, dauerhafte Hautschäden zu hinterlassen, weshalb eine frühzeitige Behandlung von großer Bedeutung ist.
Wer ist von Akne betroffen?
Nahezu jeder Mensch ist im Laufe seines Lebens irgendwann von Akne betroffen. Am häufigsten tritt Akne während der Pubertät infolge hormoneller Umstellungen auf, jedoch kommt Erwachsenenakne ebenfalls häufig vor, insbesondere bei Frauen. Eine familiäre Veranlagung kann das Risiko zusätzlich erhöhen.
Wie häufig ist Akne?
Akne ist die weltweit am häufigsten vorkommende Hauterkrankung. Studien zeigen, dass nahezu 80 % der 11- bis 30-Jährigen in einem gewissen Ausmaß an Akne leiden – von leichten Unreinheiten bis hin zu schweren Akneformen.
Wo tritt Akne auf?
Da Talgdrüsen nahezu am gesamten Körper vorhanden sind, tritt Akne vor allem in Bereichen mit hoher Talgdrüsendichte auf:
- Gesicht und Stirn
- Schultern
- Brust
- Oberer Rücken
Symptome von Akne
Zu den typischen Symptomen gehören:
- Pusteln: Mit Eiter gefüllte Pickel.
- Papeln: Kleine, entzündete, gerötete Erhebungen.
- Mitesser (Komedonen): Verstopfte Poren mit dunkler (Blackheads) oder heller (Whiteheads) Oberfläche.
- Knoten und Zysten: Größere, schmerzhafte Verdickungen in tieferen Hautschichten.
Der Schweregrad reicht von milden Hautunreinheiten bis hin zu tief sitzenden, entzündlichen Zysten, die langfristige Narben verursachen können.
Ursachen von Akne
Akne entsteht, wenn Poren bzw. Haarfollikel aus folgenden Gründen verstopfen:
- Übermäßige Talgproduktion (ölige Substanz, die die Haut schützt)
- Vermehrung von Bakterien, insbesondere Cutibacterium acnes
- Ansammlung abgestorbener Hautzellen, die die Poren verschließen
Diese Kombination führt zu Entzündungen in der Haut, sichtbar durch Rötung, Schwellung und Schmerzen.
Auslösende Faktoren (Trigger) von Akne
Bestimmte Lebensstil- und Umweltfaktoren können Akne verschlechtern, darunter:
- Tragen enger Kleidung oder Helme
- Heißes und feuchtes Klima
- Verwendung fettiger oder komedogener Pflege- und Kosmetikprodukte
- Stress (erhöhte Cortisolspiegel)
- Nebenwirkungen bestimmter Medikamente
- Häufiges Berühren oder Manipulieren der Haut
Ernährung und Akne
Studien weisen darauf hin, dass bestimmte Nahrungsmittel Akne begünstigen können, z. B.:
- Magermilch
- Molkenprotein (Whey)
- Stark zuckerhaltige Ernährung
Eine ausgewogene Ernährung mit viel Obst, Gemüse, Vitamin C und Beta-Carotin kann entzündliche Prozesse reduzieren und zu einem klareren Hautbild beitragen.
Hormone und Akne
Hormone, insbesondere Androgene wie Testosteron, spielen eine Schlüsselrolle in der Entstehung von Akne. Hormonelle Schwankungen während der Pubertät, im Rahmen des Menstruationszyklus oder bei bestimmten internistischen Erkrankungen können Akne auslösen oder verstärken.
Diagnose von Akne
Die Diagnose erfolgt in der Regel klinisch durch eine körperliche Untersuchung der Haut durch einen Ärztin oder Dermatolog*in. In seltenen Fällen, insbesondere bei schwerer oder plötzlich auftretender Akne im Erwachsenenalter, können weiterführende Untersuchungen notwendig sein, um zugrunde liegende Erkrankungen auszuschließen.
Schweregradeinteilung der Akne
- Leicht (Grad 1): Überwiegend Mitesser und geschlossene Komedonen.
- Mittelgradig (Grad 2): Papeln und Pusteln, hauptsächlich im Gesicht.
- Mäßig schwer (Grad 3): Knoten und entzündliche Läsionen, die sich auch auf Brust und Rücken ausdehnen.
- Schwer (Grad 4): Große, schmerzhafte Zysten und Knoten mit hohem Narbenrisiko.
Behandlungsoptionen bei Akne
Die Therapie der Akne richtet sich nach Schweregrad, Alter und Hauttyp. Ziel ist es, neue Läsionen zu verhindern und bestehende Hautveränderungen zu heilen.
Topische (äußerliche) Behandlungen
- Benzoylperoxid: Reduziert Bakterien und beugt verstopften Poren vor.
- Salicylsäure: Entfernt abgestorbene Hautzellen und öffnet verstopfte Poren.
- Azelainsäure: Wirkt antibakteriell und entzündungshemmend.
- Topische Retinoide (Vitamin-A-Derivate): Regulieren die Verhornung, verhindern Komedonenbildung.
- Topische Antibiotika: Vermindern die Bakterienlast auf der Haut, meist in Kombination mit anderen Wirkstoffen.
- Dapson-Gel: Besonders bei entzündlicher Akne wirksam.
Systemische (orale) Medikamente
- Antibiotika: Zur Behandlung bakteriell mitbedingter Akne (z. B. Doxycyclin, Tetracyclin, Minocyclin).
- Isotretinoin: Hochwirksames Retinoid für schwere, therapieresistente Akneformen.
- Hormontherapie und orale Kontrazeptiva: Besonders bei hormonell bedingter Akne bei Frauen sinnvoll.
- Spironolacton: Blockiert die Wirkung von Androgenen bei Frauen.
Weitere Therapieverfahren
- Kortikosteroid-Injektionen bei großen, schmerzhaften Knoten.
- Laser- und Lichttherapien zur Reduktion von Akne und Aknenarben.
- Chemische Peelings zur Glättung der Hautoberfläche und Minderung von Narben.
Vorbeugung von Akne
Akne lässt sich nicht immer vollständig verhindern, aber folgende Maßnahmen können das Risiko von Schüben reduzieren:
- Tägliche Reinigung mit milden, pH-angepassten Reinigungsprodukten
- Verwendung von ölfreien, nicht komedogenen Pflege- und Kosmetikprodukten
- Vermeidung, das Gesicht häufig zu berühren
- Gründliche Entfernung von Make-up vor dem Schlafengehen
- Eine ausgewogene, entzündungsarme Ernährung
- Kein Ausdrücken oder „Aufkratzen“ von Pickeln
Prognose und Verlauf
Akne bessert sich bei vielen Betroffenen im jungen Erwachsenenalter deutlich, kann jedoch bei manchen Personen über Jahre oder Jahrzehnte persistieren. Mit einer individuell angepassten Therapie lässt sich Akne in der Regel gut kontrollieren, das Narbenrisiko reduzieren und das Selbstbewusstsein der Betroffenen stärken.
Kann Akne Narben verursachen?
Ja. Schwere und entzündliche Akneformen können tiefere Hautschichten schädigen und permanente Narben hinterlassen. Moderne Behandlungsmethoden wie Lasertherapie, chemische Peelings und Retinoide können das Narbenbild jedoch deutlich verbessern.
Psychische Gesundheit und Akne
Da Akne das äußere Erscheinungsbild unmittelbar beeinflusst, kann sie zu psychischer Belastung, Angst, Stress und vermindertem Selbstwertgefühl führen. Eine frühzeitige und konsequente Behandlung sowie empathische Begleitung sind daher für die körperliche und seelische Gesundheit gleichermaßen wichtig.
Wann sollte man eine Ärztin oder einen Arzt aufsuchen?
Eine ärztliche Abklärung ist sinnvoll, wenn:
- frei verkäufliche Produkte nicht ausreichend wirken
- die Akne ausgeprägt, schmerzhaft oder zunehmend ist
- sich Narben bilden
- Akne das Selbstwertgefühl oder die psychische Gesundheit beeinträchtigt
In solchen Fällen kann eine professionelle dermatologische Therapie helfen, die Erkrankung effektiv zu kontrollieren.