Was ist Mesotherapie?
Die Mesotherapie ist eine minimalinvasive Behandlungsmethode, bei der mit sehr feinen Nadeln mehrere intradermale oder subkutane Injektionen kleiner Wirkstoffmengen direkt in das Zielgebiet verabreicht werden. Die verwendeten Injektionslösungen können unter anderem Pflanzenextrakte, Vitamine, Arzneistoffe, homöopathische Substanzen sowie bioaktive Wirkstoffe enthalten.
Ursprünglich in Frankreich zur Schmerztherapie entwickelt, hat sich die Mesotherapie im Laufe der Zeit zu einem etablierten Verfahren in der ästhetischen Dermatologie entwickelt. Sie wird heute insbesondere zur Reduktion unerwünschter Fettpolster, zur Verbesserung der Hautqualität und zur Behandlung unterschiedlicher ästhetischer Fragestellungen eingesetzt.
Geschichte der Mesotherapie
Die Mesotherapie wurde 1952 in Frankreich eingeführt und gewann nach und nach als spezialisierte medizinische Technik an Bedeutung. Gegen Ende des 20. Jahrhunderts verbreitete sich die Methode zunächst in Europa und Südamerika, später auch in den USA und in Asien. Heute gilt sie in vielen Bereichen der ästhetischen und regenerativen Medizin als nicht-chirurgische Alternative, insbesondere in der Körperkonturierung und Hautverjüngung.
Anwendungsgebiete der Mesotherapie
Schmerztherapie
Die Mesotherapie wird in der Behandlung verschiedener Schmerzsyndrome eingesetzt, unter anderem bei:
- Fibromyalgie
- Gicht und Arthritis
- Sportverletzungen (z. B. Verstauchungen, Zerrungen, Tendinitis, Bursitis)
- Neuralgien und Kreuzschmerzen
- Beschwerden nach zahnärztlichen Eingriffen
In diesen Fällen werden Analgetika, NSAR (nichtsteroidale Antirheumatika), Muskelrelaxanzien oder Vasodilatatoren lokal injiziert, um Schmerzen und Entzündungen gezielt im betroffenen Areal zu reduzieren.
Fettreduktion und Körperkonturierung
Eines der bekanntesten Einsatzgebiete der Mesotherapie ist die nicht-chirurgische Fettreduktion und die Behandlung von Cellulite. Ziel ist es:
- lokalisierte Fettdepots aufzubrechen,
- die Mikrozirkulation zu verbessern und Stoffwechselabbauprodukte zu eliminieren,
- Cellulite zu glätten und die Hautstruktur zu straffen.
Zu den häufig verwendeten Substanzen gehören Phosphatidylcholin, Natriumdeoxycholat, L-Carnitin, Kollagenase, Hyaluronidase, Aminosäuren, Glycolsäure sowie Multivitaminpräparate.
Die Mesotherapie zur Körperkonturierung gilt als weniger invasive Alternative zur Liposuktion, erfordert jedoch in der Regel mehrere Sitzungen (häufig 5–10 Behandlungen), um ein optimales Ergebnis zu erreichen.
Hautverjüngung
Ein weiteres wichtiges Anwendungsfeld ist die Hautrevitalisierung und Anti-Aging-Behandlung. Die Mesotherapie kann eingesetzt werden zur:
- Reduktion feiner Linien und Falten,
- Verbesserung von Elastizität und Spannkraft der Haut,
- Behandlung von Pigmentstörungen und Aknenarben,
- Verminderung von Dehnungsstreifen (Striae),
- Steigerung der Hautfeuchtigkeit und Anregung der Kollagenproduktion.
Haarausfall (Alopezie)
In der Behandlung von Haarausfall kann die Mesotherapie eingesetzt werden, um die Kopfhaut gezielt mit Wirkstoffen zu versorgen. Hierbei kommen unter anderem Vitamine, Minoxidil, Finasterid und weitere aktive Substanzen zum Einsatz, die:
- das Haarwachstum stimulieren,
- die Durchblutung der Kopfhaut fördern,
- die Haarwurzeln stärken und die allgemeine Kopfhautgesundheit verbessern.
Injektionstechniken der Mesotherapie
In der Mesotherapie werden vor allem drei grundlegende Injektionstechniken angewendet:
- Point-by-Point-Technik: Punktuelle Injektion kleiner Wirkstoffmengen senkrecht zur Haut in definierten Abständen.
- Nappage-Technik: Mehrfache, sehr oberflächliche Injektionen in einem 45°-Winkel, bei denen ein größeres Areal gleichmäßig behandelt wird.
- Epidermale Technik: Sehr oberflächliche, engmaschig gesetzte Injektionen in einem gitterartigen Muster.
Für eine schnellere, präzisere und für die Patientinnen und Patienten angenehmere Anwendung werden zudem häufig technische Hilfsmittel wie sogenannte Mesoguns verwendet.
Vorteile der Mesotherapie
Die Mesotherapie bietet eine Reihe von Vorteilen, insbesondere im Vergleich zu invasiveren Verfahren:
- Minimalinvasive Behandlung ohne chirurgischen Eingriff
- Schnelle Erholung mit wenig bis keiner Ausfallzeit
- Breites Anwendungsspektrum in der Fettreduktion, Hautverjüngung und Haartherapie
- Zielgerichtete Behandlung direkt an der Problemzone
- In der Regel geringere Wirkstoffdosen als bei systemischen Therapien und damit potenziell weniger systemische Nebenwirkungen
Mögliche Nebenwirkungen
Obwohl die Mesotherapie im Allgemeinen als sicheres Verfahren gilt, können – wie bei allen Injektionsbehandlungen – Nebenwirkungen auftreten. Dazu zählen insbesondere:
- leichte Schwellungen, Rötungen oder Blutergüsse an den Injektionsstellen,
- Juckreiz oder erhöhte Hautempfindlichkeit,
- vorübergehende Veränderungen der Hautpigmentierung,
- in seltenen Fällen Infektionen, insbesondere wenn keine konsequent sterilen Bedingungen eingehalten werden.
Kontraindikationen
Die Mesotherapie ist nicht für alle Personen geeignet. Kontraindiziert kann sie unter anderem sein bei:
- Schwangeren und stillenden Frauen,
- Personen unter 18 Jahren,
- Patientinnen und Patienten, die Antikoagulanzien (Blutverdünner) einnehmen,
- Menschen mit bestimmten chronischen Erkrankungen wie insulinpflichtigem Diabetes, Leber- oder Nierenerkrankungen,
- Krampfleiden (Epilepsie) oder anderen Anfallsleiden,
- Autoimmunerkrankungen wie z. B. Lupus erythematodes.
Fazit
Die Mesotherapie hat sich zu einer viel gefragten Methode in der ästhetischen Dermatologie und der regenerativen Medizin entwickelt. Sie bietet nicht-chirurgische Lösungen für Fettreduktion, Cellulite-Behandlung, Hautverjüngung und Haarwiederherstellung.
Auch wenn weitere wissenschaftliche Studien erforderlich sind, um Behandlungsprotokolle zu standardisieren und die Langzeitsicherheit umfassend zu bewerten, nimmt die Popularität der Mesotherapie kontinuierlich zu. Dank ihrer Vielseitigkeit und der Möglichkeit, Behandlungen individuell zu kombinieren und anzupassen, gilt sie heute als innovative und attraktive Option sowohl im medizinischen als auch im ästhetischen Bereich.